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21.06.2021

Bank Austria Kunstpreis Kärnten – Junge Kunst, die sich aufbäumt

Daniel Leiter hat den 20. Bank Austria Kunstpreis Kärnten gewonnen. Er setzt sich in einer multimedialen Arbeit mit historischer Badekultur auseinander.

Seine tragbaren Umkleidekabinen stellen aber auch spannende zeitgenössische Fragen nach Geschlechterrollen, Körperbildern und Abstandhalten.

Sie stehen imposant im Raum, die tragbaren Umkleidekabinen des 22-jährigen Künstlers Daniel Leiter, der den diesjährigen Bank Austria Kunstpreis, der mit 5.000 Euro dotiert ist, gewonnen hat. AUF*BÄUMEN lautete das Motto der Ausschreibung. Leiter hat das Thema sehr wörtlich genommen in seiner multimedialen Installation, die gekonnt mit dem großen Raum des Künstlerhauses Klagenfurt spielt.

Daniel Leitner, Gewinner des 20. Bank Austria Kunstpreis Kärnten Foto: Ferdinand Neumüller

Er verbindet Skulptur, Malerei, Video und Performance. Seine Themen sind Badekultur, Körperwahrnehmung, eigener und fremder Blick, geschlechtsspezifische Zuschreibungen und wie man diese auflösen kann.

Gefängnis oder Schutzraum?

„Sind die tragbaren Badehäuschen ein Gefängnis oder bieten sie Schutz? Leiter stellt auf vielfältige Weise sowohl historische als auch zeitgemäße Bezüge her“, sagt die Kuratorin Lisa Ortner-Kreis (Bank Austria Kunstforum Wien), die auch heuer Mitglied der Jury war. Sie erklärt das Prozedere: „Die Galerie3 von Lena Freimüller wählt aus den Einreichungen sechs Positionen aus. Diese Shortlist wird dann eingeladen, sich mit einem Thema auseinanderzusetzen. Wir als Jury bestimmen im Anschluss die Preisträger*innen. Das Verfahren ist anonym, wir wissen nicht, wer hinter den Projekten steht, kennen weder die Namen noch die Biografien.“ Die Jury besteht aus der Direktorin des Museums Moderner Kunst Kärnten Christine Wetzlinger-Grundnig, Lisa Ortner-Kreil, Kuratorin beim Kunstforum Wien und bei Art Hoc Projects, sowie regionalen und überregionalen Kulturjournalist*innen (ORF Kärnten, Kleine Zeitung, Kronen Zeitung). Heuer wirkte zum ersten Mal Silvie Aigner von der Kunstzeitschrift Parnass in der Jury mit, als Sammler konnte Peter Liaunig gewonnen werden.

Lisa Ortner-Kreil, Kuratorin des Kunstforum Wien und Jurymitglied des 20 Bank Austria Kunstpreis Kärnten Foto: Ferdinand Neumüller

Die Nominierten des 20. Bank Austria Kunstpreis Kärnten Foto: Ferdinand Neumüller

International durchstarten!

Der Wettbewerb wurde von der Galerie3 initiiert und von Beginn an von der Bank Austria finanziell unterstützt. Heuer feiert er ein rundes Jubiläum: Er ist 20 Jahre alt. Sein Anliegen ist eine nachhaltige Förderung von jungen Künstler*innen, die Wurzeln in Kärnten haben, und nicht älter als 35 sind. Und das ist diesem Nachwuchspreis zweifellos gelungen, wie die Karrieren von zahlreichen Preisträger*innen eindrucksvoll beweisen. Der Bank Austria Kunstpreis Kärnten ist ein gutes Sprungbrett: Nina Rike Springer, Stephanie Klaura oder etwa das Künstler*innenpaar Hanakam & Schuller konnten international durchstarten. Aber auch für alle anderen, die daran teilgenommen haben, brachte der Preis Sichtbarkeit, Erfahrung und die Möglichkeit, sich auszutauschen.

Der zweite Platz ging heuer an Rosa Andraschek Lobnig. Sie überzeugte die Jury mit „memory“, einer Arbeit, die um das Thema Nicht/Erinnern der nationalsozialistischen Vergangenheit kreist. Er ist mit 2.000 Euro dotiert und wird von der Stadt Villach vergeben.

In der Ausstellung im Künstlerhaus Klagenfurt sind alle sechs Werke der Shortlist noch bis zum 19. Juni zu sehen. Sie stehen übrigens auch zum Verkauf – sicher kein schlechtes Investment in die Zukunft. Und ein guter Einstieg in die spannende Welt als Kunstsammler*in.