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Foto: David Bohmann

03.08.2021

Endspurt

Schnapp dir einen Liegestuhl und schau dir an, was der Kultursommer Wien und das Filmfestival Rathausplatz alles zu bieten haben. Die beiden Festivals sind ideale Gelegenheiten, die letzten lauen Sommerabende draußen zu verbringen und mit Freunden entspannt abzuhängen.

Das solltest du auf keinen Fall versäumen: die musikalischen Highlights der beiden Festivals, die im Sommer gratis Kultur in die Stadt bringen.

Stefan Mathoi, Leiter des Filmfestival Rathausplatz
Foto: Filip Malinowski

„Ich tue mir echt schwer, Empfehlungen zu geben“, sagt Stefan Mathoi, der das Filmfestival Rathausplatz leitet: „Es ist einfach alles super. Jeden Tag gibt es ein Highlight.“ Sein 30-jähriges Bestehen feiert das Festival heuer, das 1991 als Mozart Opernfilmfestival gestartet ist. Damals pilgerten schon 200.000 Besucher*innen auf den Rathausplatz. 2019 waren es 950.000. Kein Wunder, die Atmosphäre ist locker und entspannt, die vielseitige Gastronomie sorgt mit Burger, Curry, Pitas und Kalamari für eine kleine Gourmet-Weltreise daheim. Und auch beim Programm ist für jede*n etwas dabei.

Partnertausch als hochkonzentriertes Opernwunder

Das Filmfestival Rathausplatz ist eine Wiener Institution. Es war schon da, als es im Sommer in Wien nur wenig Kultur gab. Aber nach welchen Gesichtspunkten wird es programmiert? „Wir versuchen immer aktuell zu sein. Wir gehen auf Jubiläen und Geburtstage ein, auf neue Arbeiten von den Salzburger Festspielen und aus der Wiener Staatsoper“, erklärt Mathoi. Ursprünglich handelte es sich ja um ein Festival für klassische Musik, inzwischen hat man den Radius erweitert. „Wir zeigen Pop, Jazz, Weltmusik und haben gutes Feedback zu unserem Mix bekommen“, sagt Mathoi.

Die Opern-Inszenierungen des deutschen Regisseurs Christof Loy sind immer spannend wie Psychothriller. Er entdeckt in alten Opern zeitgemäße Fragen. Und zeichnet die Figuren, als wären sie Menschen von heute. Seine Sicht auf Mozarts Partnertausch-Oper „Cosí fan tutte“ war ein Highlight der Salzburger Festspiele im Vorjahr. „Ein kleines, hochkonzentriertes Opernwunder“, schwärmte die „Frankfurter Rundschau“. Heuer ist die Aufzeichnung am Rathausplatz zu bewundern (18. August). Und wer zu Silvester zu verkatert oder zu müde war: Das Neujahrskonzert kann am 10. August nachgeholt werden.

Szene aus Cosi fan tutte Foto: Monika Ritterhaus

Neujahrskonzert 2021 auf der Leinwand beim Filmfestival Rathausplatz Foto: ORF Roman Zach Kiesling

Hips Don’t Lie! – Weitere Konzerthighlights

Ein weiteres Highlight ist das legendäre Avicii Tribute Concert von 2019, bei dem die bekanntesten Tracks des schwedischen DJs und Musikproduzenten zu hören waren. Dementsprechend schwer wird es am 14. August sein, nicht mitzutanzen. Und zwar in coolen Interpretationen von Rita Ora bis Kygo, der eine unveröffentlichte Kollaboration mit Avicii beisteuerte. Wer hingegen kolumbianische Rhythmen heiß findet, der ist bei Shakira richtig, deren Hüften nicht lügen, wie es in einem bekannten Song von ihr heißt. Shakiras Oral Fixation Tour brachte die Stadien zum Kochen, ein Mitschnitt ist am 26. August zu sehen.

Female Pop-Power

Aber auch beim Endspurt des Kultursommer Wien gibt es jede Menge coole Musik zu entdecken. Und zwar live! Teresa Rotschopf kennst du vielleicht, weil sie Sängerin der Band Bunny Lake war. Sie hat bereits mit der heimischen Produzentenlegende Patrick Pulsinger zusammengearbeitet und bastelt ziemlich kompromisslos an ihrem dunklen, elektronischen Sound. Seit einigen Jahren verwirklicht sie Soloprojekte, die sich zwischen Trip Hop-Beats, Pop-Anleihen und Steel-Gitarren bewegen. Rotschopf ist nicht nur musikalisch für Überraschungen gut, sie ist auch eine tolle Live-Performerin. Am 5. August tritt sie im Kongresspark im 16. Bezirk ab 20 Uhr auf.

Teresa Rotschopf Foto: Christoph Pirnbacher

Queere Senkrechtstarter

Die queere Band Pop:sch produziert Lieder mit Ohrwurmqualität und einer großen Liebe zu Trash, 80er-Jahre-Synthiepop und 90er-Jahre-Eurotrash. Wenn Peaches und Kim Wilde ein Kind hätten, würde Pop:sch herauskommen, beschreibt sich die schräge Formation selbst. Das Musikprojekt wurde im Laufe einer langen Nacht von Menschen erfunden, die Spaß haben wollen, aber auch eine klare Botschaft transportieren: Wir sind hier und wir sind queer. Feiere mit uns! Gelegenheit dazu gibt es am 5. August im Bereich der Floridsdorfer Brücke beim Schulschiff um 20 Uhr.

Und noch eine Entdeckung: Am 14. und 15. August tritt Stina Fors aus Schweden auf. Sie sagt von sich selbst, dass sie eine Solopunkband ist. Sie wird ihr Schlagzeug exzessiv bearbeiten. Aber ihre Stimme ist auch nicht ohne.