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Foto: Albertina

27.04.2021

„Stadt und Land. Zwischen Traum & Realität“ - 5 Bilder, die Du nicht verpassen darfst!

Für uns ist es einfach, eine schöne Landschaft mit unserem Smartphone abzulichten. Früher war das komplizierter, da fertigten Maler*innen Naturstudien an, die sie dann in ihren Ateliers vervollständigten.

In ihrer Ausstellung „Stadt und Land. Zwischen Traum & Realität“ lädt die Albertina zu einem abwechslungsreichen Spaziergang mit 170 Landschaftsbildern aus fünf Jahrhunderten – übrigens alle aus den eigenen Beständen des Hauses. Manche sind realitätsgetreu, andere frei erfunden. Die ausgestellten Werke zeigen auch, wie sich die Welt und das Leben der Menschen im Laufe der Zeit verändert haben. Assistenzkuratorin Constanze Malissa stellt dir fünf Werke vor, die du auf keinen Fall versäumen solltest.

Foto: Albertina

1. Albrecht Dürer: Innsbruck von Norden, um 1495

Albrecht Dürer reiste ab 1494 zwei Jahre lang durch Italien, um der Pest, die damals wütete, zu entkommen. Auf seiner Rückreise hielt er sich einige Zeit in Innsbruck auf. Seine kleinformatige Ansicht der Stadt erinnert stark an ein Postkartenmotiv. Du siehst von der mittelalterlichen Hofburg bis zur namensgebenden Innbrücke über den Fluss. Mit dem heutigen Bild Innsbrucks hat das nicht mehr viel zu tun. Aber die Detailgenauigkeit des Werks ist dennoch faszinierend.

Foto: Albertina

2. Rembrandt van Rijn: Bauernhäuser vor gewittrigem Himmel, um 1640

Die Albertina ist stark von einer Person geprägt. Herzog Albert von Sachsen-Teschen – er ist unser Sammlungsgründer. Er hatte einige Zeit das Amt des Stadthalters der Österreichischen Niederlande inne. Deshalb lag ihm die niederländische Malerei besonders am Herzen. Rembrandt war ein Star seiner Zeit und hat sehr viele Landschaften in der Umgebung seiner Heimatstadt Amsterdam gezeichnet. Wir sehen ein typisches Strohhaus, das Rembrandt aus der Fantasie gemalt hat. und das durch die Beleuchtung eine besonders dramatische Wirkung auf die Betrachter*innen hat.

Foto: Albertina

3. Jean Pillement: Flusslandschaft, 1770

Die Werke von Jean Pillement sind eine tolle Neuentdeckung. Sie sind zum ersten Mal seit langem ausgestellt. Pillement war viel unterwegs, bereiste Portugal, lebte in England. 1763 kam er auch nach Wien, wo er für Maria Theresia arbeitete. Außerdem erteilte er ihrer Tochter, Marie Christine, der späteren Gemahlin Herzog Alberts von Sachsen-Teschen, Zeichenunterricht. Als im 18. Jahrhundert die Städte immer größer wurden, sehnte man sich zurück in eine idyllische Natur. Man suchte ein idealisiertes Bild des menschlichen Lebens – so wie in dieser Flusslandschaft.

Foto: Albertina

4. Jakob Alt: Blick auf Wien von der Spinnerin am Kreuz, 1817

Stadt und Land wurden in diesem Bild miteinander verwoben. Man sieht die Kutschen in die Stadt hineinfahren. Im Hintergrund erkennt man den Kahlenberg, den Leopoldsberg und den Bisamberg. Wie wenig verbaut Wien damals noch war. Der Maler stand mitten auf der Triester Straße. Schon damals war die Straße eine der Hauptverkehrsrouten in die Stadt und noch heute ist sie eine wichtige Einzugsstraße nach Wien. Dieses Gemälde hat uns besonders gut gefallen. Deshalb ist es auch unser Plakatsujet und das Cover unseres Katalogs geworden.

Foto: Albertina

5. Egon Schiele: Alte Häuser in Krumau, 1914

Egon Schiele hat sich mit dem Geburtsort seiner Mutter auseinandergesetzt. Ganz anders als auf den bisherigen Bildern war das ein sehr privater Zugang. Schiele hat mit Bleistift und Deckfarben gemalt. Man sieht einen Teil der Häuser skizzenhaft, andere sind schon koloriert. Man erkennt gut, wie verschachtelt die Stadt ist. Es handelt sich um eine menschenleere Komposition. Nur die Wäscheleinen vor den Fenstern erzählen von den Einwohner*innen.

Alles zur Ausstellung findest Du hier