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12.07.2021

Strike a Pose!

Das Wiener Festival ImPulsTanz bietet mit der Schiene Public Moves Gratis-Workshops für alle an. Im Rahmen des Kultursommers zeigen dir Profis unterschiedliche Tanzstile: von Ballett bis Afrofusion-Dance, von Voguing bis Jazzdance. Es gibt rund 300 kostenlose Kurse, für die du dich jeweils einen Tag vorher anmelden kannst.

Rio Rutzinger leitet bei ImPulsTanz die Workshop-Schiene, gemeinsam mit Mani Obeya kuratiert er das Tanz- und Performance-Programm des Kultursommers. Er erzählt, wie es zu Public Moves gekommen ist, und was du heuer auf keinen Fall versäumen solltest.

Tanz im Park, Futurelove Sibanda, Foto: yako.one

Normalerweise wird hier Beachvolleyball, Soccer, Handball oder Padel-Tennis gespielt. Die Sportinsel auf der Donauinsel ist der ideale Trainingsort für Sportbegeisterte. Ein riesiges grünes Areal, auf dem man sich auspowern kann. „Wir haben im Vorjahr im Rahmen des Kultursommers zum ersten Mal eine Bühne hingestellt: 100 Quadratmeter gelber Tanzboden“, erzählt Rio Rutzinger, Workshop-Leiter beim Festival ImPulsTanz: „Das war ein echter Hingucker.“ Die Menschen kamen vom Laufen oder Spazieren und sahen, dass Profis Gratis-Tanzstunden geben. „Da standen Frauen mit Niqab neben jungen Sportler*innen, das hat mir extrem gut gefallen. Viele Menschen, die es sich vielleicht gar nicht leisten können, teure Eintrittskarten zu kaufen, wurden plötzlich neugierig – und wollten mitmachen.“

Rio Rutzinger, Workshop-Leiter beim Festival ImPulsTanz Foto: Kat Reynolds

Public Moves – Tanzen kann jede*r

Public Moves nennt sich das Projekt von ImPulsTanz, das bereits 2017 begonnen hat, die heiligen Hallen der Kunst zu verlassen und direkter auf die Menschen zuzugehen. Ein zentrales Anliegen war schon damals, Barrieren abzubauen. Zu Beginn gab es Aufführungen im Hof des Museumsquartiers. Erst durch die Zusammenarbeit mit dem Kultursommer konnte die Workshop-Schiene ausgebaut werden. Es gibt heuer vom 6. Juli bis zum 15. August rund 300 Kurse mit Profis für alle Levels und Altersgruppen. Getanzt wird auf unterschiedlichen Open-Air-Bühnen, die über die ganze Stadt verteilt sind, etwa in der Aspern Arena, vor dem Rathaus, auf der Kaiserwiese im Prater, beim Badeteich Hirschstetten oder eben auf der Sportinsel auf der Donauinsel.

Tanzen kann jede*r. Du brauchst keine Tanz-Vorkenntnisse. Für den jeweiligen Kurs kannst du dich einen Tag vorher anmelden. Die Kurse klingen auf jeden Fall nach Action und Fun: von „What is good taste anyway“ (16. Juli, Kaiserwiese) über „Screaming Out Loud“ (23. Juli, Maria-von-Zeitoun-Kirche) bis zu „Virgin Vogue“ (24. Juli, Sportinsel) und „Power Animals“ (5. August, Kaiserwiese). 112 Lehrende geben dir Einblick in ihre Arbeitsweise.

Public Moves, Magdalena Chowanieccyako Foto: Yako.one

Public Moves, Storm Foto: yako.one

Wien ist eine Tanzstadt – ImPulsTanz sei Dank

Das Angebot an Tanz und Performances ist in Wien das ganze Jahr über riesig. Auch international gesehen braucht sich die heimische Szene nicht zu verstecken. Mit dem Tanzquartier, dem brut Wien und ImPulsTanz im Sommer werden nicht nur heimische Künstler*innen gefördert, sondern auch internationale Stars und Newcomer*innen regelmäßig für Vorstellungen eingeladen.

Wien ist definitiv eine Tanz-Stadt, die sich im Sommer dank ImPulsTanz zum internationalen Treffpunkt entwickelt hat. Das klassische Workshop-Programm bringt zudem Tänzer*innen und Unterrichtende aus aller Welt. Von Stars wie der US-Choreografin Meg Stuart bis zu heimischen Senkrechtstarter*innen wie Doris Uhlich. Hier kannst du von den Besten lernen.

ImPulsTanz hat 2012 den Bank Austria Kunstpreis in der Sparte „International“ bekommen. „ImPulsTanz sorgt dafür, dass Österreich international auch als kultureller Herzschlag Europas wahrgenommen wird“, hieß es damals in der Jurybegründung: „Es hat bewiesen, dass unser Land nicht nur ein Kulturland mit historischer Tradition ist, sondern sich auch in vielfacher Weise kulturell weiterentwickelt und im wahrsten Sinne des Wortes am Puls der Zeit ist.“ Schön, dass heuer die Gratis-Tanzkurse auch wieder dazu beitragen, am Puls der Zeit zu bleiben.

Workshop mit Zoe Afan Strasser Foto: yoko.one

Und hier noch drei Tipps von Rio, was du auf keinen Fall verpassen solltest:

  • Jose Agudo hat viel mit dem Londoner Tanz-Star Akram Khan gearbeitet. Mittlerweile ist er zu seinen Wurzeln, dem Flamenco zurückgekehrt, den er im zeitgenössischen Kontext erkundet. Wie er das macht, erfährst du in seinem Workshop „Flamenco Roots“ am 8. August auf der Sportinsel.
  • Veza Maria Fernández Ramos lebt in Wien und kommt aus der queerfeministischen Szene. In ihrem Workshop „Screaming Out Loud“ geht es an drei Terminen im Juli um das Erkunden der eigenen Stimme. Und wie man mit anderen eine Polyfonie erzeugt.
  • Archie Burnett war in den 1970er- und 1980er-Jahren dabei, als im New Yorker Underground das Voguing erfunden wurde. In seinem Workshop am 15. August lässt er auf der Sportinsel die Clubkultur hochleben und zeigt dir coole Voguing-Moves.