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30.08.2021

Wien Oida

Jetzt bloß keine Müdigkeit vortäuschen. Der Donauinselfest-Bus geht in die letzte Runde und beschallt die Stadt mit Livekonzerten, die gratis sind. Ideal, um die letzten lauen Sommerabende tanzend und feiernd zu verbringen.

Wir stellen dir vier Acts vor, die du auf keinen Fall versäumen solltest: ihre Hits, ihr Style und was dich erwartet bei ihren Auftritten.

Gazal
Foto: Gazal

Tipp 1: Gazal

4. September, Hip-Hop-Spezial, 19 Uhr Donauinsel, Reichsbrücke

Das ist die Künstlerin:

Gazal ist eine Wiener Rapperin, die im Iran geboren wurde und in Linz aufgewachsen ist. 2020 legte sie ihr musikalisches Debüt vor, das gleich ordentlich einschlug. Gazal überzeugt nämlich nicht nur mit smoothen Tracks, sie hat auch politische und feministische Botschaften. Als queere Frau mit Migrationshintergrund zelebriert sie Vielfalt. Sie steht für Hip-Hop ohne Sexismus und Machogehabe.

Das ist ihr Style:

Gazal singt Songs, die Lust aufs Leben machen. Und gleichzeitig zum Nachdenken anregen. Sie klingt international, ist aber in Wien verankert. Einer ihrer bekanntesten Songs heißt „Wien Oida“.

Bei diesem Hit wirst du garantiert mitsingen:

Gazal arbeitet gerade intensiv an ihrem neuen Album, das im Herbst erscheinen wird. Im März veröffentlichte sie bereits den Song „irgendwann“, der totales Hitpotenzial hat. Im Lied geht es um weibliche Solidarität. Darum, gemeinsame Banden zu gründen und sich vom System nicht unterkriegen zu lassen. Den Refrain kannst du jetzt schon üben: „Alle meine Ladys schreien im Chor | Schaut uns an, wir steigen empor | Empowerment bringt das hervor, bringt das hervor.“

Saba Ortak
Foto: Alex Kardos

Svaba Ortak

4. September, Hip-Hop-Spezial, 20 Uhr, Donauinsel, Reichsbrücke

Das ist der Sänger:

Er ist ein Kumpel von Rap-Superstar RAF Camora, der auch auf seinem Debütalbum „Eva & Adam“ 2019 mit einem Gastbeitrag vorkommt. Seit 2011 ist Svaba eine Fixgröße in der heimischen Hip-Hop-Szene.

Das ist sein Style:

Svaba Ortak ist der Sohn einer bosnischen Kroatin und eines Serben aus Montenegro. Der 3. Bezirk ist seine Hood, hier kennt er jede Ecke, und weiß, was die Leute in den Parks und auf der Straße reden. Davon erzählt er, aber auch von seiner eigenen Geschichte fließt viel in seine sehr persönlichen Songs ein, in denen er Deutsch und Serbisch mischt.

Das musst du kennen:

„Atlas oder nada“ heißt das neue Album. Im Song „Himmel“ reflektiert er auch wieder über sein Leben in Wien:
„Ich bleib immer noch hier |
So lange mich meine Söhne begleiten |
Geh diesen Weg bis meine Stimmbänder reißen |
Wir sind Wiener schon als Kinder gezeichnet |
Kopf durch die Wand bis wir den Himmel erreichen.“

Felix Kramer
Foto: Simone Körner

Felix Kramer

9. September, 18 Uhr, Karlsplatz, 19:30, Karmelitermarkt

Das ist der Sänger:

Eigentlich hat Felix Kramer ja mit klassischer Musik begonnen. Das merkt man seinen fein ziselierten Kompositionen und ausgefeilten Arrangements, die zwischen Wienerlied, fragilem Pop und französischem Chanson changieren, noch immer an. Mit bürgerlichem Namen heißt der Künstler, dessen Texte so poetisch wie politisch sind, Felix Pöchhacker.

Das ist sein Style:

Der 27-jährige Liedermacher und Songwriter aus Wien wollte eigentlich professioneller Basketballspieler werden, studierte nach einem Unterarmbruch aber dann klassische Konzertgitarre. Seine musikalischen Vorbilder sind Ludwig Hirsch, Jacques Brel und Bob Dylan.

Bei diesem Song lässt es sich beschwingt traurig sein: „Wahrnehmungssache“ hieß sein Debütalbum von 2018, der gleichnamige Song ist beschwingt, aber eigentlich vom Inhalt her doch hinterfotzig traurig: „Die Leut san entweder unzufrieden oder depressiv | also irgendwas lauft da grad gewaltig schief.“ Kramer spielt Songs zum Lachen, Weinen, Tanzen. Alles gleichzeitig.

DelaDap
Foto: DelaDap

DelaDap

16. September, 16 Uhr, Am Hof

Das ist die Band:

DelaDap bedeutet: Gib mir den Beat. Die Band peppt klassischen Swing so auf, dass er zeitgemäß klingt. Roma-Musik geht spannende Fusionen mit Jazz und Electro-Beat ein. Tanzbar sind alle ihre hochenergetischen Songs, die sofort in die Beine gehen.

Das ist ihr Style:

DelaDap ist ein grenzüberschreitendes Projekt. Der in Prag geborene Produzent Stani Vana entwickelte bereits 2002 die Idee zu einer Band, die aus Musiker*innen aus Tschechien, Serbien, Bosnien und Herzegowina und Russland bestehen.

Bei diesem Song wirst du mitswingen:

„Crazy Swing“ ist ihr größter Hit: Im Grunde geht es in dem Dada-Song auch darum, dass man tanzen soll, auch, wenn man gar kein Talent dafür hat: „He got no rhythm, he’s dancin’ for me | I think he’s crazy, he makes me happy.“