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30.05.2021

E-Mail für dich! Interview mit Michael Publig

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Der Pianist und Komponist Michael Publig hat es geschafft: Ihm ist gelungen, die erste Zielsumme für sein Crowdfunding-Projekt zu erreichen. Damit ist der Grundstein für die Finanzierung seiner CD gelegt. Er erzählt dir, wie er Menschen motiviert hat, an ihn und seine Musik zu glauben.

Der Sound klingt lateinamerikanisch, tanzbare Rhythmen, die sofort mitwippen lassen. Aber klassischer Salsa ist es trotzdem nicht. Dafür ist das Arrangement zu raffiniert und der Klang zu verjazzt. Und hin und wieder haut auch das Schlagzeug kräftig rein. „Ich sage immer: Wir machen zeitgemäße Kammermusik“, beschreibt der Pianist und Komponist Michael Publig seinen ganz eigenen Stil: „Ich glaube schon, man hört diese Art von Musik nicht so oft. Was sicher ein Startvorteil für uns ist.“

Stefan Oser und Michael Publig, Foto: Nancy Horowitz

Crowdfunding – eine "heiße" Sache!

Paco de Lucia und Chick Corea nennt Publig als Vorbilder. Auf seiner CD finden sich aber auch wunderschöne Balladen. „Caliente“ nennt sich das Werk, was „heiß“ bedeutet. Um diese CD aufnehmen zu können, hat sich der Musiker beim Bank Austria Crowdfunding-Projekt auf „wemakeit“ beworben. Und war auf Anhieb sehr erfolgreich. Nach nur drei Tagen hatte er die erste Zielsumme von 2.500 Euro erreicht. Die Bank Austria hat ihm deshalb 833 Euro zugeschossen. Jetzt muss er nur noch einen guten Endspurt hinlegen, um seine angepeilten 3.500 Euro zu verwirklichen.

Wie ging das so schnell? „Es hat mich selbst überrascht“, erzählt Publig: „Aber ich muss sagen, es war auch sehr viel Arbeit im Vorfeld. Ich habe mir eine Woche vor der Kampagne die Finger wund geschrieben.“ 450 E-Mails hat er an Freunde und Bekannte verschickt. Jedes war individuell verfasst und nicht bloß ein Standard-Text. „Ich bin keiner, der auf Sozialen Medien sonderlich aktiv ist, muss ich gestehen“, sagt er: „Ich veröffentliche eher wenig, und nur gezielt bei Projekten, die hoffentlich interessieren.“

Liverperformance von "Caliente" Foto: Georg Brenner

Michael Publig Foto: Georg Brenner

Live beim Musizieren

Er konnte sein Publikum überzeugen. Unterstützt hat ihn dabei sicherlich auch ein Video, das ihn und sein Ensemble in Aktion zeigt. Während einer Pandemie war das gar nicht so einfach, weil man sich nicht live zum Musizieren treffen konnte. „Zum Glück ist mein Bruder ein Profi auf dem Sektor, der hat mir geholfen“, erzählt der Musiker: „Wir haben alte Konzertaufnahmen aus dem Porgy & Bess zusammengeschnitten.“

Auf die Frage, was er angehenden Musiker*innen in Sachen Crowdfunding rät, kommt es wie aus der Pistole geschossen: „Ich mache nur Sachen, die mir wirklich am Herzen liegen. Das ist mir ziemlich wichtig. Wir werden ohnehin überflutet mit Musik, da muss die eigene Arbeit schon herausstechen und überzeugen.“ Wahrscheinlich sind auch deshalb seine Belohnungen für Unterstützter*innen so toll und originell. Eine fertige CD bieten ja fast alle an. Bei Publig gibt es zudem signierte Notenhefte mit den Liedern.

Kubanische Rhythmen mit Michael Publig im Porgy & Bess Foto: Georg Brenner

Persönlicher Ohrwurm – Belohnungen für die Unterstützer*innen

Und, der absolute Hit: Du kannst dir ein persönliches Lied komponieren lassen. Maßgefertigt nur für dich! Wie das geht? „Wenn du einen Song haben möchtest für dich oder dein Herzblatt, dann erzählst du mir, worum es gehen soll, und ich schreibe das Lied für dich.“ 300 Euro für einen individuellen Ohrwurm ist sicher kein schlecht angelegtes Geld. Und es hilft Publig, seinen Traum vom Album zu verwirklichen.

Wer lieber selbst kreativ werden möchte, für den hat der Musiker aber auch eine Idee: eine Songwriter-Stunde. 90 Minuten live oder via Zoom geht es um die Frage: Wie kommt man vom weißen Blatt Papier zu einem Lied?

Vielleicht ist das ja der erste Schritt, damit auch du schon bald deine eigene Crowdfunding-Aktion starten kannst.