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29.04.2021

A Star Is Born

Kennst Du schon den Bank Austria Salon im Alten Rathaus? Das ist ein toller Barocksaal mit viel Geschichte, in dem junge Künstler*innen ausprobieren können, wie es sich anfühlt, in einem Konzertraum aufzutreten. Aber vielleicht interessiert dich ja auch, was überhaupt ein Salon ist?

Stell dir vor, Wolfgang Amadeus Mozart spielt bei dir im Wohnzimmer. Ein Superstar, der unplugged privat auftritt? So unwahrscheinlich ist das gar nicht, zumindest wenn du wie Fanny von Arnstein einen Salon in Wien gehabt hättest. Im April 1784 soll der 28-jährige Mozart bei ihr ein Konzert dirigiert haben. Das Musikgenie wollte sich durch private Konzerte von seinen adeligen Mäzenen unabhängiger machen. Die Warteliste für den Event des Jahres war natürlich lang. Für Mozart standen alle Schlange, von Prinzen bis zu Bankiers.

Foto: Oreste Schaller

Salons waren Hotspots

Tickets, wie wir sie kennen, gab es damals allerdings keine. Salons waren keine kommerziellen Veranstaltungsorte, sondern private kreative Zirkel. Gastgeber*innen waren meist wohlhabende, gebildete, charismatische Frauen, die eine bunt gemischte Schar an Leuten einluden. Heute würde man sagen: In den Salons konnte man ideal netzwerken.

200 Jahre lange waren Salons eine zentrale Institution im gesellschaftlichen Leben. Sie waren „the place to be“, eine Drehscheibe für neue Ideen in Kunst, Politik und Philosophie – in Frankreich und Russland ebenso wie in Berlin oder eben Wien. Von Fanny von Arnstein hast du ja schon eingangs gehört. Legendäre Gastgeberinnen waren aber auch Berta Zuckerkandl, Alma Mahler-Werfel und Eugenie Schwarzwald, die alle eine wichtige Rolle im geistigen und kulturellen Wien um 1900 spielten.

Foto: Oreste Schaller

Foto: Oreste Schaller

Lass’ uns was ausprobieren!

In Zuckerkandls Salon fand die erste öffentliche Lesung von Hugo von Hofmannsthals „Jedermann“ statt. Du weißt schon, dieses Stück über das Sterben eines reichen Mannes, für das jeden Sommer bei den Salzburger Festspielen Leute aus aller Welt Schlange stehen. Eigentlich irre, 100 Jahre später ist das Stück noch immer ein Hit. Damals, als Hofmannsthal zum ersten Mal seinen Text öffentlich präsentiert hat, muss er furchtbar aufgeregt gewesen sein. Man weiß ja nie, wie etwas ankommt. Ob es die Leute mögen. Salons waren deshalb auch immer eine ideale Probebühne. Eine Art Testlauf: Man konnte Neues in einem kleinen, intimen Rahmen ausprobieren. Und notfalls auch noch Änderungen vornehmen, bevor man sich einem großen, kritischen Publikum stellt.

Foto: Oreste Schaller

Der Bank Austria Salon – Hier sammelst du erste Fans

Jetzt weißt du mehr über die historischen Hintergründe und verstehst auch besser, was der Bank Austria Salon im Alten Rathaus sein möchte. Der alte Salongedanke lebt dort in zeitgemäßer Form wieder auf. Künstler*innen, prominente Gäste und Freund*innen kommen zusammen, um Impulse für den Alltag zu erhalten. Für junge Künstler*innen ist der prächtige barocke Raum in der Beletage des historischen Wiener Rathauses in der Wipplingerstraße 6–8 in 1010 Wien eine tolle Möglichkeit, erstmals Bühnenluft zu schnuppern. Und das in einem Ambiente, das nicht weniger nobel und elegant ist als der berühmte Musikverein oder das Konzerthaus. Nur eben intimer und persönlicher. Ein perfekter Ort, um erste Fans zu finden. In Insiderkreisen hat sich der Bank Austria Salon längst einen Namen als kammermusikalische Brutstätte für außerordentliche Talente unterschiedlicher musikalischer Genres gemacht.