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Veranstaltung im Bank Austria Salon, Foto: Bank Austria Salon

10.12.2021

Im Fall der Fälle

Was passiert, wenn sich bei einer Veranstaltung jemand verletzt? Wer haftet dann? Bernhard Warmuth ist geprüfter Versicherungsfachmann bei der ERGO Versicherung AG.

Er erklärt dir, warum es sinnvoll ist, eine Veranstaltungshaftpflichtversicherung abzuschließen und wie das im Bank Austria Salon im Alten Rathaus funktioniert.

Bernhard Warmuth, Foto: ERGO Versicherung AG

Was sollte ich überlegen, wenn ich einen Event veranstalten möchte?

Ein wichtiges Thema ist die Haftpflicht des*der Veranstalters*in. Wenn im Rahmen meiner Veranstaltung etwas passiert, dann hafte ich. Das können simple Dinge sein: Von der Bühne fällt ein Lautsprecher und verletzt den Fuß eines*r Besucher*in. Jemand geht über eine Stiege, die nicht ausreichend beleuchtet oder gesichert ist, stürzt und verletzt sich dabei.

Dafür brauche ich eine spezielle Versicherung?

So ist es, eine so genannte Veranstaltungshaftpflichtversicherung. Alles, was während der Veranstaltung passiert, ist mit einer bestimmten Summe versichert. Das beginnt bei einer Million Euro, die Tage kann man wählen, und auch, wie lange der Event dauert. Ein weiterer Punkt ist: Wie viele Personen nehmen teil? Unsere Untergrenze ist 100 bis 200 Personen für einen Tag.

Veranstaltung im Bank Austria Salon, Foto: Bank Austria Salon

Debatte mit Christine Bauer-Jelinek, Bernhard Seyringer und Patrick Catuz
Foto: Bank Austria Salon

Das trifft genau auf den Bank Austria Salon zu. Wie funktioniert eine Versicherung da konkret?

Die Bank Austria stellt diese Räumlichkeiten unentgeltlich Künstlern*innen zur Verfügung. Die Veranstalter sind also die Kunstschaffenden selbst und nicht die Bank Austria, die allerdings empfiehlt, eine Versicherung abzuschließen. Die Künstler*innen kontaktieren uns dann und machen mit mir den Veranstaltungshaftpflichtvertrag. Ein Tag mit einer Versicherungssumme von einer Million Euro mit 100 bis 200 Personen kostet 100 Euro. Das ist gar nicht so viel, aber man ist umfassend geschützt.

Gibt es eine Versicherung, wenn aufgrund von Covid-19 eine Veranstaltung ausfällt?

Sogenannte Betriebsausfallversicherungen waren früher auch aufgrund einer Epidemie üblich. Das gibt es mittlerweile aber nicht mehr, weil durch die Lockdowns das Risiko einfach zu groß geworden ist.

Auch die Exponate der Künstlerin Rebecca Horn im Bank Austria Kunstforum sind durch die ERGO versichert, Foto: Gregor Titze

Ausstellung Rebecca Horn im Bank Austria Kunstforum,
Foto: Gregor Titze

Und wie werden Museen oder Kunstsammlungen versichert?

Das ist eine komplexe und langwierige Angelegenheit, weil erst bestimmt werden muss, wie hoch die Versicherungssummen überhaupt sind. Bei Kunst ist das gar nicht so einfach, oft sind es Millionenbeträge, die man nicht pauschalieren kann. Aber auch damit haben wir Erfahrung, die ERGO Versicherung AG versichert exklusiv die Exponate im Bank Austria Kunstforum. In Kulturbetrieben geht es um Einbruch, Sturm, Leitungswasser, das austritt, oder um Brand. Das gehört alles abgesichert.

Schafft eine Versicherung das überhaupt allein?

Es ist gar nicht unüblich, dass sich bei großen Projekten mehrere Versicherungsgesellschaften zusammentun. Auch, weil jede*r Anbieter*in auf etwas anderes spezialisiert ist. Wenn wir Museen versichern, geht es über unsere Fachabteilungen, die eine genaue Analyse starten. Das ist ein langer Prozess, bis alle Werte evaluiert werden und man herausfindet, wie hoch die Versicherungssumme sein muss.