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20.05.2021

Zimmer mit Aussicht

Es geht los! Die Künstler*innen haben ihre Bank Austria Studios bezogen. In den nächsten Monaten wirst du mehr über ihre konkrete Arbeit erfahren. Aber vielleicht interessiert dich ja auch, was die Ateliers überhaupt sind, und welche Kriterien die Jury bei ihrer Auswahl hatte.

Kunst braucht Raum. In einer beengten Wohnung kannst du schlecht große Leinwände bemalen. Aber oft geht es um mehr als bloß möglichst viel Platz. Auch eine geistige Weite ist wichtig, ein anregendes Umfeld zu haben, das kreativen Input gibt und Austausch ermöglicht. Die Wiener Künstlerin Bianca Phos bringt das schön auf den Punkt: „In einem kleinen Kämmerchen produziert man keine großen Gesten.“

Bank Austria Studios – nachhaltige Förderung für junge Künstler*innen

Die Bank Austria möchte große und kleine Gesten möglich machen. „Wir bewundern junge Künstler*innen für ihren Mut, diesen Weg gehen zu wollen“, sagt Katja Erlach, die Leiterin des Kultursponsorings der Bank Austria: „Wir wollen sie nachhaltig fördern. Ihnen nicht nur Geld geben, sondern sie in ein umfassendes Programm einbinden, das sie auf ihrem künstlerischen Weg ein Stück weiterbringt.“

Die Bank Austria Studios sind so ein Projekt. Zwei Jahre lang werden fünf Ateliers vergeben. Die von einer Fachjury ausgewählten Künstler*innen können hier mietfrei arbeiten. Die hellen, großen Räume der Studios sind dafür ideal. Aber auch Hilfe beim Bilden von nationalen und internationalen Netzwerken sowie praxisorientierter Support sind zentrale Anliegen. Sarah Rinderer etwa, eine der Künstler*innen, die gerade ihr Atelier bezogen hat, betont, sie freue sich vor allem auf diesen Austausch. Dass sich Gespräche, vielleicht sogar Kooperationen ergeben. Auch Contemporary Matters sagt, dass ihnen als Kollektiv die Gemeinschaftsarbeit in Theorie und Praxis ein Anliegen ist.

Sarah Rinderer, Foto: Max Reinhold

Fünf Ateliers – eine Jury

Eine Fachjury hat aus den zahlreichen Einreichungen fünf Projekte ausgewählt. „Uns war eine Diversität – sowohl der künstlerischen Positionen als auch der Hintergründe – der Künstler*innen wichtig“, erklärt Design-Expertin und designierte MAK-Leiterin Lilli Hollein die Jury-Arbeit. Thematisch seien Feminismus und queere Positionen nach wie vor prägende Themen, aber auch Körper und Natur, sagt Jury-Kollegin Hemma Schmutz, Leiterin für die Museen der Stadt Linz. Und Bettina Busse, Kuratorin am Kunstforum Wien, spricht von einer großen Bandbreite der Einreichungen von konzeptuellen Arbeiten bis zu Performance und Film.

Der Bank Austria möchte mit den Studios junge Künstler*innen direkt nach dem Studium unterstützen. Leistbarer Arbeitsraum ist für viele eine Herausforderung. Mit Rückenstärkung kann man besser durchstarten und erste professionelle künstlerische Schritte machen. „Wir verstehen diese Förderung als eine nachhaltige Investition: Die Aufgabe der Kunst ist es, die Zukunft vorzudenken und mitzugestalten, was auch für unsere Gesellschaft wichtig ist“, sagt Kultursponsoring-Expertin Katja Erlach. In den Bank Austria Studios beginnt die Zukunft schon jetzt.